Erfahrungsbericht Volontariat auf der Finca Noah (Susanne)
Zwei Wochen als Volontärin auf der Finca Noah 2.0 – zwischen Schafsbollen, Schubkarren und ganz viel Herz. Was nach Auszeit klang, wurde ein Trainingslager der besonderen Art. Aber: zwei unglaublich schöne, intensive, unvergessliche Wochen!

Zwei Wochen Finca Noah 2.0: zwischen Schafsbollen, Schubkarren und ganz viel Herz ❤️
Zwei Wochen als Volontärin auf der Finca Noah 2.0. Was sich zunächst nach einer wunderbaren Auszeit mit vielen Tieren anhörte, entpuppte sich ziemlich schnell als körperliches Trainingslager der besonderen Art. Aber eines gleich vorweg: Es waren zwei unglaublich schöne, intensive und unvergessliche Wochen!
Als ich mit meinem Hund Cuba auf der Finca Noah 2.0 ankam, wurde ich von Nadine und Farah herzlich empfangen. Auch Cuba schien sofort zu wissen, dass wir hier am richtigen Ort waren. Er wurde von den anderen Hunden völlig selbstverständlich ins Rudel aufgenommen und lief vom ersten Moment an mit, als wäre er schon immer Teil der Finca-Familie gewesen. So weit, so wunderbar!
Bevor es allerdings richtig losging, wurde ich vorsorglich darauf hingewiesen, dass die Arbeit hier sehr anstrengend sei. Viele Volontäre würden bereits nach kurzer Zeit das Handtuch werfen oder gleich wieder nach Hause geschickt, weil sie für die Arbeit nicht wirklich zu gebrauchen seien. Na, herzlichen Dank für die aufmunternden Worte! 😅
Der Druck war also da. Und zwar gewaltig. Aber wer mich kennt, weiss: Genau solche Ansagen wecken meinen Ehrgeiz erst recht. Jetzt wollte ich natürlich unbedingt beweisen, dass ich nicht zu denjenigen gehöre, die nach zwei Tagen wieder die Koffer packen.
Und dann kam er, mein erster Arbeitstag.
Fegen, misten, Schubkarre schieben, wieder fegen, nochmals misten und zur Abwechslung noch ein bisschen fegen. Ich habe an diesem Tag gelernt, dass auf der Finca Noah 2.0 wirklich JEDER Schafsbollen und JEDER einzelne Strohhalm seinen Weg in die Schubkarre finden muss. Und ich meine wirklich jeden! Die Sauberkeit auf der Finca ist beeindruckend. Ich bin überzeugt, dass sich manche Wohnzimmer davon eine Scheibe abschneiden könnten.
Da Farah zu dieser Zeit mit Krücken unterwegs war und starke Schmerzen hatte, wurden die schwere Schubkarre und ich ziemlich schnell beste Freunde. Wir verbrachten jedenfalls sehr viel Zeit miteinander. Bedauerlicherweise machte man mich erst gegen Mittag darauf aufmerksam, dass Handschuhe bei dieser Arbeit durchaus hilfreich sein könnten. Eine wertvolle Information, die ungefähr drei Stunden und etliche Blasen an meinen Händen zu spät kam.
Wir arbeiteten bis Mitte Nachmittag. Meine Kräfte schwanden langsam, aber mein Stolz liess es natürlich nicht zu, mir irgendetwas anmerken zu lassen. Ich hatte allerdings das leise Gefühl, dass Farah, Nadine und Juan nicht wirklich daran glaubten, mich am nächsten Morgen wiederzusehen. Vielleicht wurden im Hintergrund sogar schon Wetten abgeschlossen? Wer weiss …
Aber hey, die kannten mich noch nicht! 😉
Am zweiten Tag konnte ich mir dann allerdings eine Bemerkung gegenüber Farah nicht verkneifen: «Sag mal, was hat mich eigentlich geritten, als ich gesagt habe, dass ich ZWEI WOCHEN bleibe?!»
Abends fiel ich jeweils wunderbar erschöpft, mit müden Muskeln und einem Kopf voller Eindrücke ins Bett. Und siehe da: Nach ungefähr drei Tagen hatte mein Körper tatsächlich begriffen, was von ihm erwartet wurde. Die Muskeln beschwerten sich etwas weniger und aus den Blasen an meinen Händen war inzwischen eine respektable Hornhaut geworden. Ich war definitiv im Finca-Modus angekommen!
Und je länger ich dort war, desto mehr genoss ich diese besondere Zeit. Natürlich war die Arbeit körperlich anstrengend, aber wir hatten auch unglaublich viel Spass miteinander. Es wurde gelacht, gescherzt und zwischendurch auch mal ein bisschen geflucht. Ich fühlte mich von Anfang an willkommen und schon bald richtig wohl auf der Finca Noah 2.0.
Auch Cuba genoss sein neues Leben in vollen Zügen. Ob zwischen Hunden, Katzen, Hühnern, Pferden, Schafen oder all den anderen tierischen Bewohnern, er bewegte sich mit einer Selbstverständlichkeit über die Finca, als hätte er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht. Ich glaube, auch er hätte problemlos noch ein paar Wochen angehängt.
Eine ganz besondere Beziehung entwickelte ich übrigens zu Risibisi, dem etwas eigenwilligen Truthahn. Sagen wir es mal so: Seine Begeisterung für mich hielt sich zeitweise in überschaubaren Grenzen. Beim Füttern musste ich jedenfalls regelmässig Körpertäuschungen hinlegen, auf die wohl mancher Fussballprofi stolz gewesen wäre, um seinen Angriffen auszuweichen.
Aber ich glaube ja grundsätzlich an das Gute in jedem Lebewesen. Und ich bin mir sicher, dass sich hinter Risibisis harter, manchmal etwas unfreundlicher Schale ein ganz wunderbares Wesen versteckt. Man muss es vermutlich nur lange genug suchen. Deshalb habe ich den alten Herrn trotz unserer kleinen Meinungsverschiedenheiten ganz besonders ins Herz geschlossen und ihn kurzerhand zu meinem Patenkind gemacht. ❤️
Was mich in diesen zwei Wochen aber am allermeisten beeindruckt hat, ist die unglaubliche Arbeit, die Farah, Nadine und Juan Tag für Tag leisten. Mit wie viel Herzblut, Hingabe, Geduld und Liebe sie sich um all diese Tiere kümmern, ist einfach bewundernswert. Hinter der Finca Noah 2.0 steckt so viel mehr als «nur» eine Tierrettungsstation. Es ist ein Ort, an dem Tiere, die nicht immer ein einfaches Leben hatten, ein liebevolles Zuhause, Sicherheit und Geborgenheit finden.
Besonders beeindruckt hat mich auch Juan. Mit seinen gerade einmal 16 Jahren ist er eine unglaubliche Bereicherung für die Finca. Er packt ganz selbstverständlich überall mit an, kennt jedes der über 200 Tiere beim Namen und weiss unglaublich viel über sie. Auch Farah schätzt sein Wissen und seine Meinung sehr und das völlig zu Recht! Man merkt sofort: Juan weiss, wie der Laden läuft, und hat trotz seines jungen Alters schon erstaunlich viel Verantwortung übernommen. Einfach ein toller junger Mensch!
Man spürt und sieht, wie gut es den Tieren hier geht. Jedes einzelne hat seinen Platz, wird umsorgt und darf einfach sein. Und genau das macht die Finca Noah 2.0 zu einem so besonderen Ort.
Liebe Farah, liebe Nadine, lieber Juan
Von Herzen DANKE für diese wunderbaren zwei Wochen! Danke, dass ihr mich so herzlich aufgenommen habt, dass ihr meinen Fegkünsten eine Chance gegeben habt und dass ich ein kleines Stück eures Finca-Alltags miterleben durfte. Ich nehme nicht nur eine ordentliche Portion Hornhaut und ein paar müde Muskeln mit nach Hause, sondern vor allem unglaublich viele schöne Erinnerungen, lustige Momente und ganz viel Bewunderung für das, was ihr täglich leistet.
Danke auch für alles, was ihr für die Tiere tut. Es ist alles andere als selbstverständlich, wie viel Zeit, Kraft und Liebe ihr jeden Tag investiert, um ihnen ein so schönes Leben zu ermöglichen.
Ich werde diese zwei Wochen ganz bestimmt nicht vergessen.
Und eines kann ich euch versprechen: Ich komme wieder! ❤️
Und Risibisi, falls du das liest: Beim nächsten Mal bin ich auf deine Attacken vorbereitet! 😉
Liebe Grüsse, Susanne und Cuba 🐾
