August 2026
Liebe Leserinnen und Leser, im August ist viel passiert: eine gelähmte kleine Katze sucht ihren Ferrari, wir mussten Abschied von Juna nehmen — und viele helfende Hände haben die Finca Noah 2.0 grün gestrichen.

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,
Im Sommer 2025 haben wir den kleinen Hund Jumpy bei uns aufgenommen. Jumpy ist kein Hund wie jeder andere. Er wurde angefahren und ist seitdem an beiden Hinterbeinen gelähmt. Wir hatten keinerlei Erfahrung mit einem Hund, der nicht laufen kann, seinen Stuhlgang und sein Pipi unkontrolliert verliert. Wir wussten nicht, welche Aufgaben und welcher Pflegeaufwand uns erwartet. Seine Selbstständigkeit, seine Lebenslust und seine Lebensqualität hat Jumpy wiedergefunden, als wir ihm einen Rollstuhl, seinen Ferrari, gekauft haben. Mit diesem rast er ohne Rücksicht auf Verluste umher.
Im August erhielt Farah wieder einen Hilferuf für ein angefahrenes Tier, das die Hinterbeine nicht mehr spürt und für immer gelähmt bleiben wird. Die kleine Katze, gerade mal 6 Monate alt, ist voller Lebensfreude, eine so liebe, aufgeweckte, verspielte und verschmuste Katze. Uns hat es das Herz gebrochen, sie auf dem Foto in einem kleinen, kalten Metallkäfig zu sehen. Wir haben sie geholt und möchten ihr gerne einen Ferrari kaufen und sie wieder laufen sehen. Wir finden, sie muss nicht eingesperrt sein, nur weil zwei ihrer Beine nicht mehr können. Es wäre so schön, wenn sie mit unseren anderen Katzen frei auf dem Hof herumtollen kann. Jetzt wurde uns geraten, einer Katze keinen Rollstuhl zu kaufen. Hund und Katze im Rollstuhl ist nicht das Gleiche. Sie wird durch ihre Bewegungsfreiheit wieder klettern und springen wollen. Mit anderen Katzen spielen und allem und jedem hinterherrennen, was sich bewegt. In manchen Situationen kann der Rollstuhl eher hinderlich und eine Gefahr sein statt eine Hilfestellung. Sie aber ohne Laufhilfe auf dem Hof, der Finca Noah 2.0, herumrobben zu lassen, finden wir verantwortungslos. Da sie ihre Beine nach hinten gestreckt hinter sich herzieht, würde sie sich ihre Beine aufschürfen. Jetzt ist wieder guter Rat teuer.
Ich habe mir Videos angesehen, in denen Katzen mit ihrem Rollstuhl umherfahren und einfach glücklich sind, nicht mehr auf dem Boden herumrobben zu müssen.

Im Moment müssen wir die Kleine jeden Tag baden, da bei ihr einfach keine Windel halten möchte. Selbst die kleinste Grösse verliert sie beim Rutschen über den Boden. Zu unserem Glück ist sie eine sehr geduldige Katze, mit ihr kann man das Baden problemlos machen. Ihre Entzündung am Popo bereitet uns ein wenig Sorgen, denn diese Stelle ist fast immer nass. Der Heilungsprozess wird daher ein wenig länger dauern. Wieder müssen wir lernen, mit dieser Aufgabe, mit dieser Herausforderung umzugehen und ihr die Zeit und Aufmerksamkeit zu geben, die sie nun mal braucht. Wir möchten der kleinen Katze eine bestmögliche Chance bieten, ein schönes Leben zu haben, obwohl ihr Start in ihr junges Leben nicht der schönste und behütetste war.
Wer Erfahrung mit Katzen im Rollstuhl hat, darf sich gerne bei uns melden. Wir sind für jeden Tipp und guten Rat dankbar.
Im April 2024 haben wir eine kleine Ratero-Mix-Hundedame von unserem ehemaligen Nachbarn der alten Finca übernommen. Farah hat da überlegen müssen, ob wir sie zu uns mit ins Hunderudel nehmen. Die neue Umgebung und die anderen Hunde, die sie alle begrüssen wollten, waren vermutlich ein bisschen zu viel für die kleine Juna. Sie brauchte sehr lange, um anzukommen, zu vertrauen und vor allem sich daran zu gewöhnen, dass es Hundefutter aus dem Napf gibt.
Vielleicht war es aber auch die Umstellung von einem kleinen gemauerten Haus im Garten, in dem sie 11 Jahre schlafen musste, zu einem Hundekissen in einem warmen Zuhause. Juna musste mit ihrem früheren Besitzer zur Jagd gehen. Bei uns auf der Finca ist sie in unbeobachteten Momenten kleinen Hühnern hinterhergerannt. Diesen Jagdtrieb mussten wir ihr schnellstmöglich abgewöhnen, denn bei uns ist kein Huhn, kein Hahn eingesperrt. Sie dürfen sich, wie die meisten Tiere, auf dem Grundstück frei bewegen. Juna wurde schnell vom Hunderudel akzeptiert und aufgenommen. Sie hat Quinnie mit voller Leidenschaft die Nase, die Schnauze – nein, eigentlich das ganze Gesicht – abgeschleckt. Als Juna anfing, schwer zu atmen und immer wieder Husten bekam, musste sie unserem Tierarzt Toni mal Hallo sagen. Ein Röntgenbild zeigte nicht nur den Grund für ihre Atemprobleme. Unzählige kleine Geschosse von Jagdgewehren waren in ihrem Körper zu sehen. Ich war sprachlos.

Toni hat uns erklärt, warum Juna schwer atmet. Er hat aber einen weiteren Termin mit einer Expertin vereinbart. Das kommt bei ihm nur vor, wenn Toni zu hundert Prozent sicher sein möchte und das Krankheitsbild nicht sein Fachgebiet ist.
Die kleine Juna hat nur 13 Kilo, aber ihr Herz ist so gross wie das von einem 40-Kilo-Hund. Die enorme Grösse vom Herz drückt auf die restlichen Organe und vor allem auf die Lunge. Eine Diagnose, mit der wir bzw. Juna umgehen müssen, denn Medikamente zur Linderung gibt es nicht. Kurz darauf hat Juna einen Epilepsieanfall gehabt, ohne vorherige Anzeichen. Dies zum Glück nur einmal, also gab es da Entwarnung vom Tierarzt. Was aber bestätigt wurde, was wir mit der Zeit vermutet haben: Juna ist mit dem Alter blind geworden. Lange Zeit hat sie noch auf Licht reagiert, irgendwann ist sie dann aber komplett erblindet. Sie schien sich irgendwie mit allem arrangiert zu haben, war immer mittendrin. Beim Umzug und beim Wiederaufbau der neuen Finca gab es natürlich Momente für sie, die nicht so einfach waren. Täglich hat sich ihre Umgebung geändert. Mal stand da Baumaterial rum, was gestern nicht da war, und Juna lief dagegen. Auch damit konnte sie mehr oder weniger gut umgehen. Sie lief mit der Zeit halt etwas vorsichtiger und grundsätzlich in die entgegengesetzte Richtung, wenn man sie gerufen hat. Das Einzige, was sie immer wusste: wo das Futter ist. Ihre Nase hat zu 100 % funktioniert.
In der Nacht vom 23. auf den 24. August mussten wir mit Juna in die Notfallklinik. Am Abend haben wir schon gemerkt, dass sie immer mehr Schwierigkeiten hat, richtig zu atmen. Es war an diesem Tag wieder extrem heiss, wir hatten vermutet, dass Juna wie viele andere Tiere Schwierigkeiten mit der Hitze hatte. Aber auch am späten Abend, als die Temperaturen ein wenig angenehmer wurden, ist es nicht besser geworden, ganz im Gegenteil. Ihr lief Blut aus der Nase. Sofort habe ich sie ins Auto getragen. In dem Moment blieb ihr Herz stehen und sie hörte auf zu atmen.
Ihre Asche wird zur Finca Noah 2.0 zurückkehren, denn hier war ihr Zuhause, hier sind ihre Freunde, hier ist ihre Familie.

Im Oktober 2025 haben wir unsere Koffer am alten Standort gepackt, die komplette Finca Noah mit allen Bauten, die für die Tiere entstanden sind, und natürlich jedes einzelne Tier zur neuen Finca transportiert.
Jetzt sind wir seit 10 Monaten am neuen Standort der Finca Noah 2.0 und sind immer noch fleissig am Aufbauen, Reparieren und vor allem am Streichen. Wer die alte Finca Noah kennt, weiss, dass dort nahezu alles weiss war. Jetzt wird alles grün! Nicht, weil wir es schöner finden, sondern weil es das Gesetz so möchte.
Ein guter und langjähriger Freund von Farah war auf Mallorca und hat uns besucht. Er war so begeistert und fasziniert von dem, was wir schon geschafft haben, und hatte grossen Respekt vor dem, was noch zu tun ist, sodass er uns versprochen hat zu helfen. Ein ganzes Wochenende haben Oliver und ein Freund tatkräftig mit angepackt, die beiden waren sich für nichts zu schade. Seine Aussage, er sei jetzt hier, um mal so richtig zu arbeiten, haben wir ernst genommen. Er hat den Pinsel geschwungen, seine Muskelkraft eingesetzt und eine Schubkarre Sand nach der anderen vor sich hergeschoben. Mit einem zwinkernden Auge sagte Oliver: „Ich komme wieder zum Helfen, wenn ihr mit dem Streichen fertig seid.“

Wir haben viele Meter Holzweidezaun, der grün gestrichen werden musste. Ein Hilferuf von Farah, um diese undankbare Aufgabe zu erledigen, und schon waren die fleissigen Helfer vor Ort. Die liebe Elke, die unseren Verein, unsere Tiere, schon eine Weile unterstützt, kam gleich mit ihren 5 besten Freundinnen. Sie standen in den schönsten Kleidern in Weiss vor uns und sagten nur: „Maler haben auch weisse Arbeitskleidung.“ Die Mädelsgruppe hatte sichtlich Spass an diesem Tag – und wir haben uns ebenfalls über die grossartige Hilfe gefreut.
Auch die liebe Ramona und ihr Mann Christian, Henryk, Simona und die Familie Anke/Kristian/Jan und Lea haben sich für unsere Tiere Zeit genommen und den Pinsel in die Hand genommen.
Kristian fand die Farbe Grün so toll, dass er gleich ein weiteres Mal zum Streichen kam, denn nicht nur der Weidezaun, auch viele Metallbauten müssen am Ende grün sein.
Eine Mallorquinerin hat uns verzweifelt um Hilfe gebeten. Ein wildes Schwein lebt seit mehreren Jahren auf einem verwahrlosten Grundstück, vom Besitzer keine Spur. Bei der Rettungsaktion hat sie die Geschichte von Animal Police so fasziniert, dass sie am Wochenende darauf mit ihrem Freund und weiteren Freundinnen zur Finca kam und mitgeholfen hat. Wir haben noch nie so motivierte und dankbare Mallorquiner zur Unterstützung auf dem Hof gehabt. Lorena und ihr Freund waren bereits ein zweites Mal hier und zeigen uns somit, dass es ihnen wirklich wichtig ist, den armen Seelen von Mallorca zu helfen.
Eine weitere Familie hat uns beim Aufbau eines Geheges geholfen und ist immer wieder zur Stelle, wenn es heisst: Farah, das Animal-Police-Team und die Tiere brauchen dringend Unterstützung. Sie unterstützen Animal Police nicht nur tatkräftig, sie haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen und helfen uns somit auch finanziell mit regelmässigen Spenden.
Die kleine Leonie hat mit ihrer grossen Familie in unserer Nachbarschaft eine Ferienfinca gemietet. Die tierliebende Leonie hat Farah beim Spaziergang mit unseren Hunden angesprochen und wollte unbedingt unsere Tiere kennenlernen. Ihre Augen leuchteten und sie war Feuer und Flamme, um mehr Zeit bei den Tieren zu verbringen. Am nächsten Tag stand sie mit ihrer ganzen Familie (10 Helfer) vor dem Tor und sagte: „So, und jetzt sagt uns, wie wir helfen können.“

Bei uns gibt es immer etwas zu tun. Für jeden, der helfen möchte und kann, gibt es eine Aufgabe.
Wir sind euch unendlich dankbar, dass es euch gibt, dass ihr euch die Zeit genommen habt und dass ihr dazu beigetragen habt, dass die Finca Noah 2.0 am neuen Ort bald fertig wird.
Wenn auch du uns unterstützen möchtest, sei herzlich willkommen. Wir sind glücklich über jede helfende Hand.
Wieder einmal sage ich vielen Dank fürs Lesen meiner Zeilen.
Nadine De Tomi vom Animal Police Team
