Erfahrungsbericht Volontariat auf der Finca Noah (Elli)
Mein ganzes Leben haben mich die unterschiedlichsten Tiere begleitet. Ich hatte schon immer den Wunsch, im Ausland für den Tierschutz zu arbeiten – im September durfte ich zwei Wochen auf der Finca Noah 2.0 mit anpacken.

Meine liebe Farah, Nadine und Juan,
ich möchte meinen Bericht beginnen, indem ich schreibe, wie ich darauf gekommen bin, nach Mallorca zur Finca Noah 2.0 als Volunteer zu gehen. Mein ganzes Leben haben mich die unterschiedlichsten Tiere begleitet und ja, ich darf sagen, viele waren für mich mehr Freund als so manche menschliche Freunde. Seit Oktober ist mein letztes Tier gestorben, meine kleine ZZ-Top, welche mit 15 verstarb. Die letzten 26 Jahre haben mich immer ohne Unterbrüche Hunde begleitet und auf einmal ist man ohne und man hat dann mächtig viel Zeit, über sich und die Welt nachzudenken.
Ich hatte schon immer den Wunsch, im Ausland für den Tierschutz zu arbeiten. Ich glaube, es war Februar 2026, als ich mich bei Farah gemeldet habe. Wir hatten bald darauf ein Telefonat und es hat sich so verdammt richtig angefühlt. Wir hatten vereinbart, dass ich vom 3.9.–17.9. komme und ich bei ihnen wohnen werde. Dies hatte ich bewusst so gewählt, damit ich möglichst viel und lange mit den Tieren zusammenleben darf in dieser Zeit.
Ich muss gestehen, dass ich keine Berichte vorgängig gelesen habe, da ich mir mein eigenes Bild darüber machen wollte. So hatte ich entschieden, dass ich Ende Mai mit einer Freundin von mir 1 Woche Urlaub in Mallorca buche und mir ein Auto miete und zur Finca Noah 2.0 hinfahre, natürlich wussten sie auf der Finca Bescheid. Wow, es war unglaublich und einfach wunderschön. Wenn man sehen darf, wie die unterschiedlichsten Tiere (fast 300) so friedlich miteinander leben. Das ist wohl eine Seltenheit!
Farah warnte mich vor: Hey, es wird eine sehr strenge Zeit auf dich zukommen mit viel körperlicher Arbeit. Ich hab sie natürlich ernst genommen, jedoch dachte ich, ich bin mir körperliche Arbeit gewohnt und eine gute Ausdauer habe ich auch :) Na ja, die Realität sah etwas anders aus, ich war von den 14 Tagen rund 12 Tage mit Farah bei den Grosstieren und es war hart. Ja, ich darf sagen, es war sehr hart. Nicht nur die Hitze, die Luftfeuchtigkeit, die einem zu schaffen machen, sondern die Arbeit, die Schubkarre, die wir jeweils morgens bestimmt 4-mal von Hand geleert haben. Ich war dankbar, hatte ich meine Handschuhe dabei, so konnte ich Blasen an den Händen vermeiden und zum Glück bin ich körperlich fit und bekam keinen Muskelkater von der ungewohnten Arbeit.
Ich muss sagen, die 3 arbeiten den ganzen Tag derart schwer, das muss man gesehen und erlebt haben. Wenn ich meine Zimmerpause hatte, haben sie weitergearbeitet. Auch als ich todmüde ins Bett fiel, war ihre Arbeit noch nicht zu Ende. Das zu stemmen 365 Tage im Jahr verdient meinen vollsten Respekt. Ich erlebte täglich die vielen Anfragen, bei denen sich Farah stets für eine optimale Lösung einsetzte.
Aber es gab so viele wunderschöne Momente mit den Tieren, okay, die Hähne (42 Stück) am frühen Morgen waren schon, wie soll ich sagen, sehr gewöhnungsbedürftig. :) Aber die Tiere zu erleben, die rund 82 Katzen, wovon die meisten super zahm sind, zeigt schon auf, wie viel Herzblut sie in jedes Tier reinstecken. Seid euch bewusst, dass viel Arbeit und ja sogar verdammt harte Arbeit dahintersteckt, aber gleichzeitig, wie bereichernd die Zeit auf der Finca Noah 2.0 sein kann.
Am vorletzten Tag, genau am 9.9., als wir so gegen 11.00 Uhr einiges erledigen konnten, kam ein Sturm auf und später begleitet mit viel Regen. Zu sehen, wie wir alles, was wir mit mühsamer Arbeit bereits erledigt hatten, zusätzlich in Sicherheit bringen mussten und die Grosstiere in den Stallungen unterbrachten, war schon schlimm zu erleben. Aber zu sehen, wie die Tiere Angst hatten – die Katzen, ein paar wenige leben im Zwinger, sowie die Hunde, die auch im Zwinger leben, auch hier vereinzelt, da man sie nicht auf der Finca frei laufen lassen kann –, war schlimm. Noch schlimmer, dass sie nass wurden :( In dieser Nacht musste ich weinen und konnte kaum schlafen, mir tat es auch leid, dass ich am nächsten Tag meinen letzten Tag hatte und der Sturm so viel verwüstet hatte.
Ich werde diese Zeit nie vergessen und danke euch vom ganzen Herzen für diese Erfahrung. Ich wünsche der Finca Noah 2.0, Farah, Nadine und Juan alles Liebe und Zuversicht für euer Projekt im Namen der Tiere.
Danke und liebe Grüsse
Elli
